Modellfall Weißwasser
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2019

Prolog

Am 3.10.2018 kamen Wilhelm Wagenfeld und Ernst Neufert, nach langer Abwesenheit, wieder in ihre ehemalige Wirkungsstätte Weißwasser. Gemeinsam mit ihren Werkstattleitern starteten sie den Modellfall Weißwasser im Bauhausjahr 2019.

Rede von Wagenfeld/ Neufert am 3.10.2018 in der Telux                

Text: Paul Brodowsky

WAGENFELD

Geehrte Damen, geehrte Herren, Bewohner Weißwassers,  der 3. Oktober –ein wahrhaft historischer Tag heute, für Sie und uns alle hier im Raum: Hier und heute feiern wir die Neugründung einer WERKSTATT. Im Rahmen dieser Werkstatt werden wir ein Jahr lang zusammen arbeiten. Zugleich ist das heute auch eine persönliche Wiedervereinigung für mich und meinen verehrten Kollegen Neufert, nachdem sich vor gut 70 Jahren unsere Wege getrennt haben. 1947 habe ich Weißwasser verlassen, heute – 71 Jahre später – kehre ich hierher zurück. Der Anlass für diese Wiedervereinigung mit meinem Kollegen ist ein runder Geburtstag. Nächstes Jahr feiert die Gründung des Bauhaus’sein 100-jähriges Jubiläum. Dabei denken viele Menschen an Weimar und Dessau, vielleicht noch an Berlin –aber auch Weißwasser war ein wichtiger Standort für das Wirken des Bauhaus’. Bauhaus: Das war eine neuartige Kunstschule, die Kunst und Handwerk zusammendachte. Und zugleich eine ganz eigene Ästhetik ausprägte, in Grafik und bildender Kunst, vor allem in der Architektur und in der Gestaltung von Objekten (etwa Haushaltsgegenständen und Möbeln): klare Linien, geometrische Formen, Reduktion auf den Gebrauch, keine Schnörkel, keine Ornamente – ein Inbegriff von Modernität. Bauhaus wollte zudem die künstlerische Gestaltung aus der Werkstatt indie Massenproduktion überführen. Diese industrielle Massenanfertigung der Entwürfe wurde inWeimar und Dessau nie wirklich erreicht. Hier in Weißwasser konnte diese Idee mit der Glasproduktion vor Ort zum ersten Mal richtig umgesetzt werden.  In der von mir 1935 hier gegründeten Werkstatt haben zahlreiche Experten, Künstler und Gestalter der Zeit mitgearbeitet und ihre Entwürfe eingebracht, die dann in den Glaswerken in Serie gingen. Den Bauhaus-Gedanken, dass Künstler aller Disziplinen zusammenarbeiten, greifen wir heute in unserer Neuen Werkstatt wieder auf. Musik, Tanz, Film, Theater und Installation: Diese Bereiche werden jeweils von einer Werkstattleiterin in das Projekt eingebracht – und wir stellen ihnen nachher diese Werkstattleiterinnen vor. Die heute neugegründete Wagenfeld-Werkstatt wird jetzt beinahe ein Jahr lang hier in Weißwasser arbeiten und im Sommer 2019 dann eine theatrale Stadtführung veranstalten, einen Spaziergang zwischen den Zeiten, zwischen dem Heute, dem Morgen und dem Weißwasser von vor 80 Jahren. Sie alle sind eingeladen nicht nur als Zuschauerinnen und Zuschauer mitzulaufen, sondern diesen Stadtspaziergang, diesen, wie wir es gerne nennen, „theatralen Parcours“mitzugestalten.

NEUFERT

[gibt Wagenfeld Stichwort, während er mit der Technik beschäftigt ist:]

Aber Herr Kollege! Die Menschen hier wissen doch gar nicht, wen sie da vor sich haben! Stellen Sie sich doch erstmal selbst vor!

WAGENFELD

Richtig. Also mein Name ist Wilhelm Wagenfeld, ich bin Bauhausschüler der ersten Stunde, über 10 Jahre war ich der künstlerische Leiter der VLG, der Vereinigten Lausitzer Glaswerke hier in Weißwasser, damals der größte Konzern für Gebrauchsglas in Deutschland, mit Export bis nach Übersee. (Was ist übrigens aus der VLG geworden? Vielleicht kann mir das später jemand erzählen?) Außerdem bin ich Professor für Gestaltung.

NEUFERT

Moment Herr Kollege! Ich habe doch eine kleine Kraftpunktpräsentation vorbereitet. Wir können sie mit dem Lichtbildprojektor hier anwerfen! [Er startet eine Powerpoint-Präsentation.]

WAGENFELD

Ah wunderbar! Ich dachte, die Technik würde mal wieder nicht mi tziehen. Umso besser! Hier sehen Sie mich 1935! Und die VLG.  Zu meinen Prägungen gehört das berühmte Rautenzeichen. Inzwischen bin ich 118 Jahre alt und –

NEUFERT  

Wagenfeld! Darüber wollten wir doch nicht sprechen! Alter spielt doch keine Rolle!

WAGENFELD

Richtig, pardon! Aber dann – stellen Siesich doch mal den Leuten vor, Herr Kollege!

NEUFERT

Gern! Sind Architekten zugegen?  Ja? Ah, dann kennen wir uns bereits! Gestatten: Ernst Neufert, richtig, der Neufert-Neufert von dem sogenannten Neufert.

Das ist meine Wenigkeit. Für die weniger architektonisierten unter Ihnen: Wenn ich von mir spreche, spreche ich auch immer von meiner Bauentwurfslehre. Sie wird gemeinhin schlicht„der Neufert“genannt. Mich gibt es inzwischen in der 41. Auflage, ich bin in 18 Sprachen übersetzt, ein Standardwerk für jeden praktizierenden Architekten! Ich habe mit diesem bahnbrechenden Werk die Idee der Norm, der idealen Maße in die Architektur eingebracht. Zuvor hat man unter größten Anstrengungen und mit persönlichen Erfahrungswerten arbeiten müssen. Normierung, Standardisierung, Typisierung machen den Kopf frei! Ich habe mich dazu ausführlich mit Menschen befasst, mit Körpern im Raum, Körpergröße, Arm- und Beinlänge ausgemessen, und im Anschluss Norm- und Mindestmaße für alle Baubereiche gültig angeben können. Inzwischen sind der deutsche Mann, die deutsche Frau ja größer geworden als damals – deshalb müssen wir ein paar Anpassungen vornehmen. Wenn Sie nichts dagegen haben, würde ich Sie alle nachher gerne einmal vermessen –

WAGENFELD

Um auf Weißwasser zurückzukommen – ein sehr interessanter Fall! In unserer Abwesenheit ist einiges wieder gebröckelt, von dem, was Kollege Neufert und ich ab 1935 hier aufgebaut haben! Wird vor Ort überhaupt noch Glas geblasen? Noch stehen wohl einige der Gebäude von damals, die Grundideen der Architekturmoderne widerspiegeln. Namentlich hervorheben möchte ich die Telux hier, und das Volkshaus – beide Gebäude sind vor unserer Zeit entstanden, aber aus dem gleichen Geist – das Volkshaus von 1928 etwa wurde von Emil Lange entworfen, der in den Zwanziger Jahrenebenfalls am Bauhaus in Weimar beschäftigt war. Besonders hinweisen möchte ich zudem auf die von Kollege Neufert entworfenen Gebäude wie die Lager- und Versand-Halleunweit des Bahnhofs oder die Villa Kindt

NEUFERT

Wagenfeld und ich sind – wie schon erwähnt – beide Bauhaus-Schüler der ersten Stunde. Ich war zunächst Assistent, und ab 1924 dann Bauleiter und enger Mitarbeiter des Bauhausgründers Walter Gropius.

Und Wagenfeld hatte auch schon im Studium erste Erfolge: Sie kennen vielleicht diese Lampe hier , die hat der Kollege –

WAGENFELD

Mein ganzes Leben lang werde ich auf diese eine Lampe reduziert!  Die wollten wir doch gerade NICHT zeigen!

NEUFERT

Pardon! Sie müssen verstehen: Mein Kollege ist immer wahnsinnig bescheiden!

WAGENFELD

Um Bescheidenheit geht es doch hier gar nicht! Die Lampe lenkt doch vom Wesentlichen ab!

NEUFERT

Ich glaube, wir sollten schon beleuchten, was wir damals geschaffen haben! Jedenfalls: Diese Lampe, hat der hochgeschätzte Kollege Wagenfeld schon während seines Studiums entworfen, und sie ist –

WAGENFELD

Können wir weitermachen? Danke!Wichtiger als dieses ganze Museumszeug finde ich nämlich den neuen Geist, den wir 1935 hier nach Weißwasser getragen haben. Die Stadt ist damals ein wild ins Kraut geschossener Industriestandort, die Glasbläser arbeiten unter widrigen Bedingungen, und stellen bis 1935 stillose Massenware her,

NEUFERT

–Glühbirnen für Osram, und Gebrauchsglas. Also Weingläser, Aschenbecher, Vasen. Ständig wurde etwas Neues herausgebracht. Immer dem aktuellen Geschmack nachjagend ...

WAGENFELD

Als ich 1935 hier ankomme, fehlt mir in Weißwasser der versöhnliche Kern aus einer organischen Vergangenheit ... Es ist nur das Erwerbsjagen, das die Menschen hier zusammenführt. An allen Ecken erlebe ich die gefährliche Macht, die von der gegenständlichen Welt ausgeht, wenn das Geld das Maß aller Dinge ist, welche die Menschen sich schaffen oder bauen. Nicht der Markt, nicht das Geld, sondern –

WAGENFELD & NEUFERT

– der Mensch muss das Masz aller Dinge bilden!

NEUFERT

Als mich Wagenfeld 1936 als Hausarchitekt der VLG nach Weißwasser holt, beginnen wir gemeinsam, den neuen Geist einer effizienten Industrieproduktion in neuen, optimierten Bauten umzusetzen. Nach und nach ändern wir zudem die Gestaltung der Gläser, welche die VLG produziert – aber auch die Produktionsbedingungen in den Betrieben und die haarsträubenden Lebensumstände der Fabrikarbeiter.  

WAGENFELD

Jeder einzelne wird gesehen: Wir heben besondere Leistungen der Glasbläser hervor, und berichten ausführlich von den Erfolgen und Auszeichnungen, die unsere Gläser international erhalten – auch um die Motivation bei den Arbeitern hoch zu halten, qualitativ hochwertig zu produzieren. Wir vergessen darüber jedoch nicht, dass vor der Moral das Essen kommt und setzen uns für eine bessere Entlohnung der Glasbläser ein.

NEUFERT

Wir modernisieren die Arbeitsstätten, und verbessern die Luftqualität an den Glashäfen. Wir sind überzeugt, dass das alles auch auf die Qualität unserer Produkte abfärbt.

WAGENFELD

Zugleich wird viel mehr Mühe in die Gestaltung der einzelnen Glasobjekte gesteckt. Die Objekte sollen so schön und praktisch sein, dass sich der Reichste wünscht, sie zu besitzen, und so preiswert, dass auch der Ärmste sie sich kaufen kann. Eine Werkstatt entsteht, in der zahlreiche Experten und Künstler arbeiten. Dort werden Prototypen hergestellt, erprobt, überarbeitet, verworfen und neuentworfen. Erfahrungen zum Gebrauch, aber auch zur effizienten und damit kostengünstigen Herstellung fließen in die Gestaltung ein. Unser Anspruch ist dabei durchaus die Demokratisierung von ‚Design‘– wie man heute, 80 Jahre später dazu sagen würde.  

NEUFERT

1935 – da herrschte hier doch mit dem Nationalsozialismus eine Diktatur ... Ich weiß nicht, ob wir da von Demokratisierung sprechen können.

WAGENFELD

In der Industrie war das möglich, auch in der NS-Zeit! Hier in Weißwasser finden Sie den Beweis! Meine Jahre in Weißwasser waren erstaunlicherweise sogarmeine produktivste Zeit. Das Bauhaus in Dessau wurde von den Nazis ja schon 1932 geschlossen. Aber hier konnten wir diese Ideen in einer Art inneren Emigration weiterführen. Ich habe das auch als Kampf gegen das Regime verstanden – wir dürfen den Kampf gegen die Unkultur niemals verloren geben! Übrigens habe ich damit einen ganz anderen Weg beschritten als Sie, geschätzter Herr Kollege, sie waren ja Mitarbeiter von Rüstungsminister Albert Speer, wenn ich das nebenbei bemerken darf.

NEUFERT

Im „Arbeitsstab für den Wideraufbau bombenzerstörter Städte“. Bitte präzise bleiben! Das war meine innere Emigration. Aber dass Sie das hier jetzt so offenlegen–

WAGENFELD

Immerhin hat Speer dafür gesorgt, dass Sie von Hitler auf die „Gottbegnadetenliste“ gesetzt und somit vom Wehrdienst ausgenommen wurden, während ich 1943 eingezogen und aufgrund meiner Weigerung der Partei beizutreten, in einem Strafbataillon an die Ostfront versetzt wurde.  

NEUFERT

Ich bin der NSDAP auch nie beigetreten! Ich habe nur versucht ... ich habe Bunkerbauten konzipiert – na ja ... und mich für Mieterbelange stark gemacht. Jeder tat was er konnte, um irgendwie durch diese verrückten Jahre zu kommen!

[Peinliche Stille.]

Wir wollten doch eigentlich auf den Begriff des Gebrauchs zu sprechen kommen. Auch in Bezug auf Weißwasser.

WAGENFELD

Wo waren wir stehen geblieben? „Demokratisches Design“. Das Wort „Design“ lehne ich ab, mir geht es um Gestaltung. Entscheidend ist dabei, dass wir uns auf den Gebrauch unserer Waren konzentrieren. Als Nebeneffekt entsteht Schönheit der Objekte durch die perfekte Ausrichtung auf den Gebrauch – ganz von selbst.  Damit meine ich jetzt nicht nur, dass diese Objekte funktional sind, das ist ja nur die Grundvoraussetzung. Brauchbar werden die Gegenstände erst, wenn ihre Besitzer auch eine emotionale Beziehung zu ihnen entwickeln können, wenn sie zum Alltag gehören und man sie als stille Mitbewohner liebt.

NEUFERT:

Nehmen Sie zum Beispiel die Zitronenpresse von Wagenfeld: Aus dem VLG-Katalog :

„Praktische Neuerungen:  der sägeschnittartige  Reibkegel gewährt die beste Ausnützung. Die Nuppenhaltung bietet eine bequeme Handhabung.“

WAGENFELD

Wir befassen uns während der Entwicklung gründlich mit dem Gebrauch der Zitronenpressen, die es bereits auf dem Markt gibt, und entdecken dabei viel Verbessernswertes.  So kommen wir darauf, in den Reibkegel an Stelle der gleichseitigen Keile, sägeförmige Keile einzusetzen. Auch die Schale, in die der Saft tropft, muss gut durchgearbeitet werden. Der Griff soll handlich sein und der Ausguß nicht tropfen. Der Deckel mit dem Reibkegel ist abnehmbar und kann in der Küche verbleiben, wenn man den Saft zum Essen auftragen möchte.

NEUFERT

Das „Prinzip Zitronenpresse“– elegantes Understatement durch Ausrichtung auf den Gebrauch –wende ich in der gleichen Form auch auf Gebäude an. Und diese Idee liegt auch meiner Bauentwurfslehre zugrunde.  Industrielles, modulares Bauen! Hier in Weißwasser gibt es auch eine Menge Beispiele dafür: Ganz Weißwasser-Süd ist Maß und Norm, habe ich mir sagen lassen. Durchdachte, hocheffiziente Grundrisse – das geht alles auf mein Denken aus der Bauentwurfslehre zurück! Für alle gleich! Ich habe vorhin versucht diese Gebäude zu finden, die heute oft etwas despektierlich „Plattenbauten“ geschimpft werden. Aber viel scheint nicht mehr davon übrig zu sein. Wurde da wieder abgerissen? Wieso das?

WAGENFELD

Lieber Neufert, da sehen sie was sie angerichtet haben!  Vor übertriebener Normung habe ich schon immer gewarnt. Das wird schnell zum Hilfsmittel aller unschöpferischen Naturen. Dieses Normstreben macht alles gleich – jede freie Idee wird von dieser Typisierung und Standardisierung erstickt ..Aber noch mal zurück zu Weißwasser: Die Stadt als Zitronenpresse. Wie schon erwähnt, wollen wir nachdenken über einen guten Gebrauch von Stadt. Ist denn die Glas-Industrie noch da? Wie gebrauchen Sie denn diese Stadt heute, die so stark durch die Industrie geprägt wurde? Sagen Sie es uns. Sie sind die Bewohner, die Braucher der Stadt! Sie sind die Expertinnen! Experten für Weißwasser heute, mit denen wir in den kommenden Wochen und Monaten gerne zusammenarbeiten wollen.  Dafür haben wir einen ganzen Stab an Künstlerinnen und Experten engagiert, die wir Ihnen kurz vorstellen möchten.

NEUFERT

In der neuen WERKSTATT WAGENFELD werden fünf Künstlerinnen und Künstler arbeiten und jeweils ihre eigenen Bereiche leiten. Dazu gehört: –Bernadette La Hengst – sie war bis vor gut fünfzehn Jahren Sängerin einer Frauen-Punk-Band. Seitdem ist sie als Solomusikerin unterwegs. Zudem tritt sie immer wieder als Leiterin von Bernadette was haben Sie hier in Weißwasser vor? Bernadette begrüßt und erklärt was sie so vielleicht vorhat.

WAGENFELD

–Jochen Roller, Tänzer und Choreograf. Er bringt Weißwasser durch Tanz in Bewegung.  Jochen, wie planen Sie sich hier durch den öffentlichen Raum zu bewegen? Jochen begrüßt und erklärt was er so vielleicht vorhat.

WAGENFELD

–Constanze Fischbeckgestaltet Bühnenräume und macht Filme. Meist geht es dabei um Stadt und Veränderung.  Constanze, was sind Ihre Pläne für die nächsten Monate in Weißwasser? Constanze dito.

NEUFERT

Hendrik Scheel ist Bühnenbildner und Theaterausstatter. Er ist als Werkstattleiter zuständig für Installationen und Bauten im öffentlichen Raum. In diesem Sinne ist er also auch zuständig für „Bühnenbild“ und Kostüme unseres Stadtspaziergangs. Uns haben Sie heute auch eingekleidet, Hendrik. Ich würde mir übrigens nächstes Mal etwas mehr Stilsicherheit für meine Garderobe wünschen!  Sie haben schon vor ein paar Wochen angefangen mit Schülerinnen und Schülern hier in Weißwasser zu arbeiten – was können Sie uns davon berichten?Hendrik begrüßt und spricht.

WAGENFELD

- Stefan Nolte ist unser Werkstattleiter für Theater und Spielpraxis. Er ist zugleich der künstlerische Leiter dieses Projekts, und er hat zusammen mit Hendrik Scheel, und Holger Schmidt diese Unternehmung ins Leben gerufen und uns beide, wenn schon nicht erdacht, so doch wieder herbeigerufen.  Herr Stefan ist im weiteren Verlauf dieses Projekts also zuständig für Fragen des Zusammenspiels und der Inszenierung – darüber bin ich persönlich sehr froh, denn alles muss ja gestaltet sein! Wir dürfen nichts dem Zufall überlassen! Herr Stefan, Sie haben das Wort! Stefan begrüßt und erklärt das Projekt

NEUFERT

Mit Bernadette, Jochen, Constanze, Hendrik und Stefan habenSie unsere fünf Werkstattleiter jetzt bereits kennengelernt! Hinzu kommen eine Reihe von Experten:  

WAGENFELD

Dazu gehört Holger Schmidt: Er ist Städteplaner und Professorenkollege. Herr Schmidt – wie ist ihre Verbindung zu Bauhaus und zu Weißwasser?  Holger Schmidt spricht.

NEUFERT

Christine Lehmann ist als Geschäftsführerin verantwortlich für alle organisatorischen und finanziellen Belange dieses – wie sie inzwischen vielleicht schon erahnen – nicht ganz kleinen Projekts. Christine, seit wann leben Sie in Weißwasser? Sie sind hier verschiedenen Projekten zur Geschichte der Stadt engagiert – auch das würde mich interessieren! Christine Lehmann spricht.

WAGENFELD

Ruth Feindel ist Dramaturgie-Expertin und wirft immer wieder einen Blick aufs große Ganze des Projekts. Frau Feindel, was interessiert sie an diesem Projekt am meisten? Ruth Feindel spricht.

WAGENFELDT

Paul Brodowsky ist unser Experte in Sachen Text. Er hat uns beispielsweise diese Zeilen für unseren Auftritt hier aufgeschrieben.

PAUL

Hallo! (Paul winkt.)

WAGENFELD

Aber Herr Brodowsky, der Text darf künftig noch etwas mehr zeitlose Gestalt bekommen! Das ist mir alles noch zu modisch so. Bernadette, sehe ich das richtig, dass wir noch etwas zusammen singen? Bernadette annimiert Team und Zuschauerinnen zu einem gemeinsamen Song.

NEUFERT

Noch einmal zurück zum Stadtgebrauch:

Die Stadt, die Menschen und wie sie Stadt in Gebrauch nehmen: das alles wollen wir anhand von Weißwasser untersuchen. Und dafür brauchen wir für unsere Unternehmung Sie als Bewohner, Mitmachende und Mitdenkende. Denn nur gemeinsam mit seinen Brauchern ergibt ein Nachdenken über Stadt heute Sinn. Deshalb möchten wir Sie und Euch auffordern, an dem Projekt teilzunehmen, Euch auf diese Liste für elektronische Post einzutragen, unserer digitalen Netzwerkgruppe beizutreten und auf unserem Netzlogbuch zu verfolgen, wie sich das Projekt weiter entwickelt.